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Inhalt:

tl_files/tom-weller/fotos/Tartanbahn_360_169.jpgIn der DDR galten Leistungssportler_innen als „Diplomat_innen in Trainingsanzügen", welche die Überlegenheit des Systems beweisen und das internationale Ansehen der DDR stärken sollten. Dementsprechend gab es ein ausgeklügeltes System aus Talentsichtung und Nachwuchsförderung. Teil dieses Systems waren die Kinder- und Jugendsportschulen (KJS). Das Drehbuch erzählt das Leben und die Konflikte dreier Jugendlicher, die gemeinsam an solch einem Sport-Elite-Internat aufwachsen. 

 

Figuren- und Plotbeschreibung:

Maik Frenkel will von klein auf nur eins: Olympiasieger werden. In seiner Familie wird Leistungssport hochgehalten. Sein Vater - ein ehemaliger Schwimmer des DDR-Nationalteams - überträgt seine eigenen Medaillenwünsche auf seine Kinder Ines und Maik. Während Ines jedoch frühzeitig gegen den Vater rebelliert, entwickelt sich Maik zu einem der hoffnungsvollsten und talentiertesten Turmspringer der DDR-Sportnachwuchsriege. Mit zehn Jahren wird er auf die Kinder- und Jugendsportschule Leipzig geschickt. Hier muss er sich in einem kollektiven System aus Leistungsdrill und Auslese bewähren, was er zu Anfang noch gut hinbekommt. Seine engsten Bezugspunkte an der KJS werden seine neuen Freunde Ron und Lille, die zusammen mit Maik in eine Klasse gehen. Alle drei vereint die Tatsache, dass sie eigentlich nicht ins System passen, so sehr sie sich das vielleicht auch jeweils wünschen.

 

Der Nachwuchsboxer Ron hat Probleme damit, sich den rigiden Regeln der KJS unterzuordnen. Sein Hassobjekt wird sein schikanöser Boxtrainer Möhler. Die Speerwerferin Lille leidet darunter, dass sie von ihrem Umfeld als „zu männlich“ angefeindet wird. Sie versucht sich, von ihren wachsenden Identitätsproblemen durch hartes Training abzulenken. Doch als ihre Eltern einen Ausreisantrag stellen, ist ihre aussichtsreiche Sportkarriere von einem Tag auf den anderen beendet. Maik verliebt sich in Ron und muss tatenlos zusehen, wie dieser sich immer mehr in seinen Kampf gegen die KJS-Obrigkeit verwickelt und schließlich von der Schule geschmissen wird. Nun muss sich Maik allein an der KJS behaupten, argwöhnisch beobachtet und unter Druck gesetzt von seinen Lehrern, Trainern und seinem Vater. Dass Maik erkennt, dass er schwul ist, sich aber in einem extrem homophoben Umfeld befindet, trägt ebenfalls dazu bei, dass er psychisch abbaut. Doch die Europameisterschaften in Strassburg und die Olympischen Spiele in Seoul stehen an und die DDR-Sportfunktionäre denken gar nicht daran, ihre jahrelang aufwendig trainierte Medaillenhoffnung einfach aufhören zu lassen. Der Vater beschließt, Maik zu zwingen, wieder bessere Leistungen zu bringen - mit allen Mitteln, die ihm als Bezirkstrainer zur Verfügung stehen. Es kommt zum endgültigen Bruch zwischen Maik und seinem Vater. Maiks Gesamtsituation wird schließlich immer instabiler und bedrohlicher. Zuletzt hat er kaum noch Handlungsoptionen offen, um sich selbst zu retten. Maik beschließt eine Republikflucht zu wagen.

 

Format:

Das Drehbuch-Zielformat ist ein 100-minütiger Spielfilm. Es gibt eine 110 Seiten lange Fassung, die 2010 von Drehbuchförderung der Filmstiftung NRW abgenommen wurde. An der Umsetzung des Drehbuchs interessierte Produktionsfirmen können sich gerne melden.